Stürzen helfen statt stützen

Italiens Regierungschef Berlusconi verkehrte mit Libyens Diktator Ghadhafi auf freundschaftlichste Art und Weise. Mitglieder der französischen Regierung pilgerten zum tunesischen Diktator Ben Ali - auf dessen Kosten. Alt-Bundesrat Pascal Couchepin lobte den ägyptischen Despoten Mubarak auch noch nach dessen Vertreibung als fähigen Staatsmann. Diese kurze Liste könnte beliebig angereichert und verlängert werden. Sie bringt zum Ausdruck, dass die demokratisch regierten Staaten mit den diktatorisch regierten so verkehrten als wären sie auch Demokratien. Man machte keinen Unterschied und stärkte so die Autokraten von Ägypten bis Usbekistan.

Nun staunt die demokratische Welt über die Volksaufstände in den arabischen Ländern, und ich bin nicht einmal sicher, ob sie sich darüber auch ehrlich freut. Immerhin - so hört man anerkennend - hätten die Diktatoren ein paar Jahrzehnte lang für Stabilität gesorgt in der Erdöl-Region und für gute Geschäfte mit ihr. Das zählte offenkundig mehr als Demokratie und Menschenrechte. Nun aber brechen die brutalen „Regierungen gegen das Volk“  ein und werden, so ist zu hoffen, von „Regierungen durch das Volk  “ abgelöst. Die Aussenpolitik der Demokratien ist gezwungen, sich neu zu orientieren, und sie tut sich schwer damit. Man hat sich zu lange mit Despoten arrangiert als dass man sich jetzt so mir nichts dir nichts auf die Seite ihrer Opfer und Gegner schlagen könnte.

Der Wegweiser zu einer anderen Aussenpolitik steht in der schweizerischen Bundesverfassung und ähnlich in allen Verfassungen demokratischer Staaten: „Der Bund trägt bei zur Linderung von Not und Armut in der Welt, zur Achtung der Menschenrechte und zur Förderung der Demokratie…“ Das ist doch eigentlich klar genug und müsste zwingend eine Aussenpolitik zur Folge haben, die unterscheidet. Unterscheidet zwischen Ländern, die die Menschenrechte achten und denen, die sie missachten. Unterscheidet zwischen Demokratien und Diktaturen. Die konkreten Unterschiede müssten darin bestehen, dass mit Diktaturen keine Wirtschaftsabkommen abgeschlossen werden und ihnen keine Waffen geliefert werden. Akzeptable Formen der Kooperation wären nur die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit, weil sie den Völkern zu Gute kommen und nicht den Herrschern. Und wenn, wie das die Schweiz offenbar in Ägypten gemacht hat, den unter schwierigsten Umständen arbeitenden Menschenrechtsorganisationen verdeckt geholfen wird, ist das exakt auf der Linie der Bundesverfassung.

Kommentare

Man hat sich zu lange mit Despoten arrangiert.

Dieser Vorwurf, man habe sich zu lange mit Despoten arrangiert, trifft aber auch punktgenau auf die SP zu.
Sass nicht die SP jahrzehntelang mit all den Ben Alis, Mubaraks, Gaddafis et aliis in der Sozialistischen Interntationale?
Hat nicht Jean Ziegler sämtliche Dikatatoren dieser Welt als revolutionäre Heldern abgefeiert und sich mit ihnen gemein gemacht?
Hat nicht Frau Calmy Ziegler (trotz eindringlicher Warnungen inkl. einer Petition gegen diese Berufung) als Beauftragten im UNmenschenrechtsrat befördert?
Hat nicht derselbe als Beauftragter des UNmenschenrechtsrates jahrzehntelang gegen den Westen polemisiert und seine Despoten und Diktatoren geschont?
Langsam beginnt aber der Lack zu bröckeln. Nach dem Tagi letzte Woche hat heute die Welt eine schonungslose und brillante Demontage dieses selbsternannten "Linksintellektuellen" publiziert. Zu finden unter: "Die Heuchler und ihr peinlicher Freund Gaddafi"

Despoten Gaddafi & Co,

Bis vor kurzem sang ja die SP noch mit Gaddafi die Internationale....

Die bekannte Doppelmoral der Linken. DDR & EU, Sowjetunion.... all das lässt grüssen: Pleite und Menschenverachtend untergegangen....

DIe Verfassung

Es ist immer wieder interessant, wie einzelne Teile oder Teilsätze aus dem Zusammenhang gerissen und für ein Thema eingestzt oder missbraucht werden. Andere Aussagen derselbern Verfassung werden, da nicht in die Parteipolitik passend, einfach vergessen. Es gibt auch Aussagen zur immerwährenden bewaffneten Neutalität in den Schweizer Basisdokumenten, die sich mit dem Slogen "Stürzen helfen ..." wohl kaum vertragen. Arme Verfassung, missbraucht für die Parteipolitik des aktuellen Tages.

Menschenrechte Demokratie aus islamischer Sicht! Aufhören zu träumen!

Der Slogan der Muslimbrüderschaft lautet: Allah ist unser Ziel.Der Prophet ist unser Führer.Der Koran ist unser Gesetz.Der Dschihad ist unser Weg zu sterben ist unsere höchste Hoffnung.Im Dez.2010 hat das amerikanische Meinungsforschungsinstitut PEW Ergebnisse einer grossen Umfrage unter Muslimen in islamischen Staaten veröffentlicht die aufhorchen lassen.Demnach wünschen sich 59% der Ägypter einen streng islamischen Staat,der von Islamisten regiert wird.85% fodern die Todesstrafe für jene die sich vom Islam lossagen und Religionsfreiheit wünschen.Ist das eine Grundlage zur Demokratie? Es ist Zeit das unsere Politiker Demokratie.Menschenrechte (Scharia) aus islamischer Sicht betrachten,nicht aus unserer Sicht. Es ist auch Zeit zu begreiffen das islamische Länder unsere Hilfe nicht wollen,aus ihrer Sicht sind wir Ungläubige die nicht zu beachten sind! Es gibt also keinen Grund sich zu freuen! Weiss in der SP jemand das im Büro von Herr Akef Führer der Muslimbrüderschaft Karten der Schweiz hängen die aufzeigen welche Gebiete der Schweiz islamisiert sind und welche noch islamisiert werden müssen? Siehe Liebe Schweizer Kopp Verlag (Internet) Also aufwachen statt träumen.

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